Kleinkläranlagen

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Wozu gibt es Kleinkläranlagen?

Kleinkläranlagen (KKA) werden überall dort eingesetzt, wo ein Anschluss an das kommunale Kanalnetzt nicht wirtschaftlich umsetzbar ist. Insbesondere weit abgelegene Grundstücke oder Ortschaften mit ungünstiger Topographie werden häufig mit Kleinkläranlagen zur Reinigung des Schmutzwassers ausgestattet. Alternativen zu einer Kleinkläranlage sind Trockentoiletten oder abflusslose Sammelgruben.

Was ist eine Kleinkläranlage?

In einer Biologischen Kleinkläranlage wird häusliches Schmutzwasser gereinigt. Um das Grundwasser und den Boden nicht unnötig zu belastet, muss das gereinigte Abwasser gesetzlich vorgegebene Grenzwerte einhalten (Ablaufklassen). Die auf dem Markt angebotenen biologischen Kleinkläranlagen funktionieren alle nach demselben Prinzip. Mikroorganismen verstoffwechseln unter kontrollierten Bedingungen im Abwasser enthaltene Nährstoffe. Während Pflanzenkläranlagen mit sehr einfacher Technik funktionieren, sind technische Kleinkläranlagen auf spezielle technische Einrichtungen angewiesen.

Wie funktioniert eine Kleinkläranlage?

Eine Biologische Kleinkläranlage besteht in der Regel aus einer Vorklärung und einer biologischen Reinigungsstufe. Es gibt vier besonders geeignete Reinigungsverfahren für Biologische Kleinkläranlagen. Während Pflanzenkläranlagen (Bodenfilter) mit besonders guter Reinigungsleistung und geringen Betriebskosten punkten können, sind technische Kleinkläranlagen (Sequencing-batch-reaktor, Wirbelschwebebett, Tropfkörper) besonders platzsparend und günstig in der Anschaffung. Zu einem Kleinklärsystem gehört auch eine funktionierende Versickerung oder ein geeignetes Fließgewässer.

Was kostet eine Kleinkläranlage?

Die Kosten für eine Kleinkläranlage können sehr unterschiedlich ausfallen. Es macht einen großen Unterschied ob eine bestehende Klärgrube nachgerüstet werden soll oder ob ein kompletter Neubau erforderlich ist. Zudem haben die Bemessungsgröße, die Geländeeigenschaften und die Erbringung von Eigenleistungen einen großen Einfluss auf die Höhe der Investitionskosten. Nutzen Sie gerne unseren Kläranlagenplaner für ein kostenloses Angebot für eine zu Ihrem Grundstück passende Kleinkläranlage.

Unterschied zwischen KKA und vollbiologischer Kleinkläranlage.

Für den Begriff Kleinkläranlage wird gerne das Kürzel KKA verwendet. Aus heutiger Sicht entsprechen nur noch Vollbiologische Kleinkläranlagen dem Stand der Technik. Die Nutzung von Dreikammergruben ohne biologische Reinigungsstufe ist nicht mehr zulässig. Bestehende Dreikammergruben müssen mit einer biologischen Reinigungsstufe (Pflanzenkläranlage, Tropfkörper oder technischer Rüstsatz) nachgerüstet werden oder zu abflusslosen Sammelgruben umgebaut werden.

Wie oft muss eine Kleinkläranlage geleert werden?

Bei Kleinkläranlagen mit mechanischer Vorklärung (Ein- oder Mehrkammergrube) muss mit einem jährlichen Schlammvolumen von ca. 300 Liter pro Einwohner gerechnet werden. Um Betriebsstörungen zu vermeiden, sollte eine zur Hälfte mit Klärschlamm gefüllte Vorklärung entleert werden. Eine Kleinkläranlage für 4 Einwohner mit einer 3000 Liter Vorklärung muss in der Regel einmal im Jahr entleert werden.

Welche Kleinkläranlage ist die beste?

Bei der aktuell großen Auswahl an Kleinkläranlagen unterschiedlichster Hersteller und Reinigungsverfahren, haben Hauseigentümer*innen die Qual der Wahl. Bei der Entscheidung für ein Klärsystem spielen Faktoren wie Reinigungsleistung, Produktqualiät, Betriebsstabilität, Energiekosten, Betriebskosten, Platzbedarf, Bauaufwand und schließlich auch die Anschaffungskosten eine wichtige Rolle. Wir bieten Ihnen möglichst umfangreiche und sachliche Informationen zu unterschiedlichsten Herstellern und Reinigungsverfahren. Wir helfen Ihnen dabei ein für Sie passendes, leistungsstarkes Klärsystem zu errichten.

Sind Kleinkläranlagen genehmigungspflichtig?

Die Einleitung von gereinigtem Abwasser aus Kleinkläranlagen muss durch die zuständige untere Wasserbehörde genehmigt werden. Zudem muss in den meisten Fällen der zuständige Abwasserverband dem Betrieb der Kleinkläranlage zustimmen. Grundstücke mit einem Anschluss an das öffentliche Kanalnetz unterliegen einem sogenannten Anschlusszwang und können höchstens mit einer Anlage zur Grauwasserwiederverwendung ausgestattet werden. Vollbiologische Kleinkläranlagen müssen den allgemein anderkannten Regeln der Technik entsprechen. Für Technische Kleinkläranlagen muss eine Leistungserklärung (CE-Kennzeichnung) vorliegen. Pflanzenkläranlagen müssen DWA A-262 entsprechen.

Welche Ablaufklassen gibt es?

Um die Reinigungsleistung von Kleinkläranlagen besser bewerten zu können, wurden sogenannte Ablaufklassen eingeführt. Für jede Ablaufklasse gelten unterschiedliche Grenzwerte für die im Klarwasser enthaltenen Nährstoffe. Ablaufklasse C erfüllt die geringsten Anforderungen. Die höchsten Anforderungen würde eine Kleinkläranlage mit Ablaufklasse D+P+H erfüllen.

Ablaufklasse

CSB

(chemischer Sauerstoffbedarf) [mg/L]

NH4

(Ammoniumstickstoff)
[mg/L]

anorgN

(Anorganischer Stickstoff) [mg/L]

P

(Phosphat) [mg/L]

Escherichia Coli (Colibakterien) [KBE/100ml]

C

150

-

-

-

-

N

90

10

-

-

-

D

90

10

25

-

-

+P

"

"

"

2

-

+H

"

"

"

"

500